Interview mit einer Fachschülerin

Frau Voit, was führte Sie in Ihrer Berufswahl zur Heilerziehungspflegerin?

Allgemein gesagt, die Lust noch mal etwas Neues anzufangen. Ich mag bzw. mochte schon immer Menschen mit all ihren Facetten. In meinem bisherigen Berufsleben habe ich mich um die äußere Schönheit gekümmert. Jetzt zählen keine Äußerlichkeiten mehr, jetzt geht es um die innere Schönheit, die jeder in sich trägt.

Ich habe den Beruf der Heilerziehungspflegerin für mich gewählt weil ich es als große Aufgabe sehe, Menschen, die es nicht alleine schaffen, im Alltag zu begleiten und ihnen zu assistieren. Ich möchte Menschen mit Behinderung durch meine Unterstützung so gut es geht ein würdiges Leben ermöglichen.

Was muss ein Mensch, Ihrer Meinung nach, für diesen Beruf und die Ausbildung mitbringen?

Feinfühligkeit, Einfühlungsvermögen, Organisationstalent und Toleranz.

Entspricht die schulische Ausbildung Ihren Erwartungen?

Ja, im Großen und Ganzen schon. Es ist anfangs schwierig, bis man die Fülle an Informationen verarbeitet und einen Überblick gewonnen hat. Die Organisation der Zusammenarbeit von Schule und Praxisstelle ist für mich die größte Herausforderung, aber mit der Zeit wird es leichter, da nicht mehr alles so fremd ist.

Und wie sieht es in der praktischen Ausbildung aus?

Ich habe das große Glück, in einer Wohngruppe zu arbeiten, in der das Wort „Team“ groß geschrieben wird und mir als Schülerin alle Fragen ausführlich beantwortet werden. Ich bin mir von Anfang an nie fremd vorgekommen, das ist sehr wertvoll.

Etwas Besonderes aus Ihrem Schulalltag …

Die unterschiedlichen Charaktere der Lehrer und die Möglichkeit ein Praktikum in Irland zu machen.

Was ist Ihr Lieblingsfach?

Da hebt sich kein einzelnes Fach hervor. Ich könnte ein oder zwei nennen, die mir nicht so liegen, aber das ist hier ja nicht gefragt oder?

Läge es an Ihnen, diese Ausbildung zu konzipieren, was würden Sie anders machen?

Da ich erst ein halbes Jahr hier bin, kann ich das schlecht beurteilen, aber ich denke die Fachschule hat aus gutem Grund Ihren guten Ruf.

Ihre Utopie einer idealen Arbeitsstelle als HEP…

Ein eingespieltes Team, das wirklich jeder schwierigen Situation mit Ruhe, Ausdauer und Fachwissen begegnen kann. Genügend Zeit, um den Bedürfnissen jedes einzelnen Bewohners gerecht zu werden.

Frau Voit, wir bauen ja gerade eine neue Schule! Was erwarten Sie vom neuen Schulhaus? Was wünschen Sie sich im neuen Schulhaus?

Also der Neubau sieht ja schon sehr vielversprechend aus. Die hohen Fensterfronten, bringen sicher helle freundliche Räume und ich habe gehört, dass jede Klasse mit modernster Technik ausgestattet wird, sodass mehr virtuelles Anschauungsmaterial im Unterricht verwendet werden kann. Das finde ich sehr gut. Als Schülerin wünsche ich mir dazu noch bequeme Stühle, auf denen ich den ganzen Tag gut sitzen kann und einen Internetarbeitsplatz. Apropos Freistunden und Pausen: Ein großer schöner Aufenthaltsraum ist mir wichtig, damit wir auch bei schlechtem Wetter eine angenehme Pause verbringen können. Und wenn Sie schon nach meinen Wünschen fragen: Ich hätte gerne eine Sonnenterasse, um Frischluft in die grauen Zellen zu bringen und eine kleine Cafeteria wäre auch nicht übel.

Frau Voit, vielen Dank und weiterhin viel Erfolg und Freude auf dem Weg zur professionellen Heilerziehungspflegerin!